Aus dem Blog

Hamburgs Schulen bekommen eine eigene KI-Plattform

Statt ChatGPT auf dem Handy soll an Hamburger Schulen bald ein geschlossenes System laufen: datenschutzkonform, für den Unterricht gebaut und mit Quellen, die Lehrkräfte selbst auswählen. Das Modell ist auch für Unternehmen interessant, denn es löst genau die Fragen, an denen viele Firmen beim KI-Einsatz hängen.

Die Nachricht

Was in Hamburg geplant ist

AIS.chat statt öffentlicher KI-Dienste

Die Plattform heißt „AIS.chat“ und richtet sich an Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Laut Hamburger Bildungsbehörde ist sie ausdrücklich für den schulischen Einsatz konzipiert und kein allgemeiner öffentlicher KI-Dienst. In mehreren anderen Bundesländern ist sie bereits im Einsatz.

Ende September hat sich der Schulausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft mit dem Vorhaben befasst. Damit Schülerinnen und Schüler die Plattform nutzen dürfen, muss zuvor das Hamburgische Schulgesetz geändert werden. Den Gesetzestext hat der Senat bereits beschlossen.

  • Eigene KI-Plattform für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte
  • Datenschutzkonform und nur für den Schulbetrieb gedacht
  • Lehrkräfte bestimmen, mit welchen Quellen die KI arbeitet
  • Start möglichst noch 2026, nach Änderung des Schulgesetzes

Zeitplan

Der Weg bis zum Einsatz

Bevor die Plattform im Klassenzimmer ankommt, braucht es eine Rechtsgrundlage. So sieht der Fahrplan nach Angaben der Behörde aus.

Schritt Stand
Gesetzentwurf zur Änderung des Schulgesetzes Vom Senat beschlossen
Beratung im Schulausschuss der Bürgerschaft Erfolgt am 24. September 2026
Entscheidung der Hamburgischen Bürgerschaft Voraussichtlich Oktober oder November 2026
Einsatz an Hamburger Schulen Angestrebt noch in diesem Jahr

Warum der Ansatz klug ist

Das Ziel ist nicht, dass die KI den Unterricht übernimmt. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Künstliche Intelligenz kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen, etwa indem sie nach einer eigenen Recherche Informationen mit der KI überprüfen oder ergänzen.

Die Lehrkraft entscheidet, was die KI weiß

Der spannendste Punkt steckt in einem Nebensatz: Lehrkräfte sollen die KI mit Dokumenten, passenden Internetseiten und weiteren Quellen füttern. Damit haben sie nach Angaben der Behörde eine weitgehende Kontrolle über die zugrunde liegenden Informationen. Die Antworten stützen sich also auf ausgewähltes Material statt auf das ganze Internet.

Erst die Regeln, dann die Technik

Hamburg führt die Plattform nicht einfach ein, sondern schafft vorher die rechtliche Grundlage. Das kostet ein paar Monate, sorgt aber dafür, dass hinterher niemand fragen muss, ob der Einsatz überhaupt erlaubt ist.

Was Unternehmen daraus lernen können

Viele Betriebe stehen vor derselben Frage wie die Schulbehörde: Mitarbeitende nutzen KI längst, oft mit privaten Konten und ohne Regeln. Firmendaten landen dabei in Diensten, über die niemand im Haus die Kontrolle hat. Das Hamburger Modell zeigt einen Ausweg, der sich eins zu eins auf Unternehmen übertragen lässt.

  • Ein eigenes, geschlossenes System statt frei zugänglicher Chat-Dienste
  • Eigene Dokumente als Wissensbasis, damit die Antworten zum Betrieb passen
  • Klare Regeln, wer die KI wofür nutzen darf, bevor sie eingeführt wird
  • Schulung, damit Antworten geprüft statt blind übernommen werden

Technisch ist das kein Großprojekt mehr. Ein internes GPT, das auf den eigenen Handbüchern, Angeboten und Richtlinien aufsetzt, lässt sich heute auf eigenen Servern oder bei einem europäischen Anbieter betreiben. Die Daten verlassen dabei das Unternehmen nicht.

Dazu kommt eine Pflicht, die schon gilt: Seit Februar 2025 verlangt die EU-KI-Verordnung, dass Unternehmen ihre Mitarbeitenden im Umgang mit KI schulen. Genau das, was Hamburg für seine Schulen plant, ist für Betriebe also längst Vorgabe.

Quelle der Meldung: NDR, 24.09.2026.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zur KI-Plattform

Was ist AIS.chat?

Eine KI-Plattform für Schulen, die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte nutzen. Sie ist für den Unterricht konzipiert, wird bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt und soll nun auch nach Hamburg kommen.

Ab wann können Hamburger Schulen die Plattform nutzen?

Zuerst muss die Bürgerschaft die Änderung des Schulgesetzes beschließen, voraussichtlich im Oktober oder November 2026. Die Bildungsbehörde hofft auf einen Start noch in diesem Jahr.

Warum nicht einfach ChatGPT im Unterricht?

Weil bei öffentlichen Diensten unklar ist, was mit den eingegebenen Daten passiert, und niemand steuern kann, aus welchen Quellen die Antworten stammen. Eine eigene Plattform löst beides.

Geht so etwas auch für ein mittelständisches Unternehmen?

Ja. Ein internes KI-System mit eigener Wissensbasis ist heute auch für kleine und mittlere Betriebe bezahlbar, auf Wunsch komplett auf eigenen Servern und mit Fördermitteln.

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