Aus dem Blog

ChatGPT im Unternehmen: Was der Einsatz jetzt voraussetzt

In fast jedem Betrieb wird KI längst genutzt, oft ohne dass die Geschäftsführung davon weiß. Seit die Transparenz- und Schulungspflichten der EU-KI-Verordnung greifen, ist das keine Geschmacksfrage mehr. Was Sie vertraglich, technisch und organisatorisch geklärt haben sollten, bevor Firmendaten in ein Sprachmodell wandern.

Der blinde Fleck

Genutzt wird es längst

Illustration: Laptop mit Chatfenster im Büro, daneben Schild mit Schloss, EU-Sternenkreis und ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung

Der Kollege mit dem privaten Zugang

Das häufigste Muster in unseren Projekten: Niemand hat KI offiziell eingeführt, trotzdem arbeiten halbe Abteilungen damit. Angebote werden formuliert, Protokolle zusammengefasst, Kundenanfragen vorbereitet, oft über ein privates Konto und den kostenlosen Zugang.

Genau da entsteht das Problem. Bei den freien Varianten und privaten Abos fehlt der Vertrag zur Auftragsverarbeitung, die Verarbeitung findet nicht zwingend in der EU statt, und die Eingaben können in das Training einfließen. Wer dort einen Vertragsentwurf mit Kundennamen einfügt, hat Unternehmensdaten weitergegeben, ohne dass es jemand mitbekommt.

Die Lösung ist selten ein Verbot. Verbote verlagern die Nutzung nur auf das private Handy. Was wirkt, ist ein sauber aufgesetzter Zugang, der gut genug ist, dass niemand ausweichen möchte.

  • Freie Zugänge und private Abos sind für Firmendaten nicht geeignet
  • Team- und Unternehmensvarianten nur mit den richtigen Einstellungen
  • Ein Verbot verlagert die Nutzung, es beendet sie nicht
  • Der bequeme, erlaubte Weg schlägt jede Richtlinie

Was ein tragfähiger Zugang mitbringen muss

Damit ein Sprachmodell mit Unternehmensdaten arbeiten darf, müssen drei Dinge zusammenkommen. Fehlt eines davon, ist der Einsatz angreifbar, unabhängig davon, wie gut das Werkzeug funktioniert.

  • Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter
  • Verarbeitung innerhalb der EU, vertraglich zugesichert
  • Training auf den eigenen Eingaben nachweislich abgeschaltet

Diese Punkte klingen formal, haben aber sehr konkrete Folgen. Bei einem Datenschutzvorfall ist der Vertrag das Dokument, mit dem Sie belegen, dass die Verarbeitung geregelt war. Ohne ihn stehen Bußgelder im Raum, die bei Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung bis in den zweistelligen Millionenbereich reichen können.

Der Unterschied zwischen dürfen und können

Technisch kann jedes Modell jede Datei verarbeiten. Ob es darf, entscheidet sich vorher: an der Frage, welche Daten überhaupt hineindürfen, wer das freigibt und wo die Verarbeitung stattfindet. Diese Entscheidung sollte einmal sauber getroffen und dann aufgeschrieben werden, nicht bei jeder Eingabe neu.

Schulung ist keine Kür

Die EU-KI-Verordnung verlangt, dass Mitarbeitende, die mit KI-Systemen arbeiten, ein angemessenes Verständnis dafür mitbringen. Gemeint ist kein Informatikkurs, sondern drei praktische Dinge.

  • Wie das System grundsätzlich arbeitet und woher seine Antworten kommen
  • Wo seine Grenzen liegen, insbesondere bei erfundenen Angaben
  • Welche Daten hinein dürfen und welche nicht

In der Praxis reicht dafür eine gute Stunde, wenn sie an echten Beispielen aus dem eigenen Haus entlanggeht. Wichtiger als der Umfang ist, dass es stattfindet, dokumentiert ist und bei neuen Mitarbeitenden wiederholt wird.

Warum die Antwort oft in der Architektur liegt

Je mehr Nachweise verlangt werden, desto attraktiver wird eine kontrollierte Umgebung. Wenn die Modelle auf Servern in Deutschland laufen und die Dokumente das eigene Netz nicht verlassen, sind viele Fragen nicht mehr zu beantworten, sondern erledigt.

Für den Mittelstand ist das inzwischen praktikabel. Offene Modelle sind gut genug für die meisten Aufgaben im Alltag, und der Betrieb lässt sich mieten statt aufbauen. Genau dafür gibt es DSGPT: eine Plattform, die mehrere Modelle, eigene Dokumente, Rollen und Kostenkontrolle an einem Ort bündelt.

Das heißt nicht, dass jedes Unternehmen alles selbst betreiben muss. Es heißt, dass die Entscheidung über die Architektur eine Entscheidung über den späteren Aufwand ist. Wer heute sauber aufsetzt, muss in zwei Jahren nicht umbauen.

Vorgehen

Vier Schritte, die sich bewährt haben

  1. 01

    Bestandsaufnahme

    Welche Werkzeuge sind im Einsatz, wer nutzt sie und welche Daten gehen hinein? Ehrlich gefragt, ohne Schuldzuweisung, sonst bekommen Sie keine ehrlichen Antworten.

  2. 02

    Regeln festlegen

    Welche Werkzeuge sind freigegeben, welche Daten dürfen hinein, wer entscheidet in Zweifelsfällen? Eine Seite reicht, wenn sie eindeutig ist.

  3. 03

    Technisch und vertraglich absichern

    Verträge zur Auftragsverarbeitung, Verarbeitung in der EU, Training abgeschaltet, Zugänge über das Unternehmen statt über private Konten.

  4. 04

    Schulen und dranbleiben

    Einmal alle mitnehmen, danach neue Mitarbeitende. Und einmal im Jahr prüfen, ob die Regeln noch zu den tatsächlich genutzten Werkzeugen passen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zum KI-Einsatz im Unternehmen

Reicht das kostenlose ChatGPT für interne Aufgaben?

Für alles ohne Personen- und Firmenbezug, etwa allgemeine Formulierungshilfe, ist es unkritisch. Sobald Kundendaten, Verträge, Preise oder interne Unterlagen ins Spiel kommen, braucht es einen Unternehmenszugang mit Vertrag.

Was passiert, wenn wir gar nichts regeln?

Genutzt wird es trotzdem, nur unkontrolliert. Im Schadensfall fehlt der Nachweis, dass die Verarbeitung geregelt war, und die Verantwortung bleibt beim Unternehmen, nicht bei der einzelnen Person.

Müssen wir Kunden sagen, dass wir KI einsetzen?

Bei einem Chatbot ja, dort muss erkennbar sein, dass eine Maschine antwortet. Für intern genutzte Werkzeuge gilt das nicht pauschal, wohl aber für bestimmte veröffentlichte KI-Inhalte. Was im Einzelfall gilt, klären wir im Erstgespräch mit.

Ab wann lohnt sich eine eigene Plattform?

Sobald mehrere Abteilungen regelmäßig mit internen Dokumenten arbeiten. Dann sind Rollen, Kostenkontrolle und Nachvollziehbarkeit an einer Stelle einfacher als gepflegte Einzelzugänge.

Wie aufwendig ist der Einstieg?

Bestandsaufnahme und Regelwerk sind meist in wenigen Tagen erledigt. Der technische Teil hängt davon ab, ob Sie bei einem Anbieter bleiben oder eine eigene Umgebung wollen. Wir fangen bewusst mit einem Anwendungsfall an, nicht mit einem Programm.

Kontaktieren Sie uns

Wissen Sie, welche KI-Werkzeuge bei Ihnen im Einsatz sind?

Wir machen die Bestandsaufnahme, schreiben ein Regelwerk, das im Alltag hält, und richten einen Zugang ein, den Ihre Leute freiwillig nutzen.

Maria-Louisen-Straße 2A, 22301 Hamburg