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Platz 1 bei Google, in der KI-Antwort trotzdem nicht dabei

Die alte Rechnung war einfach: oben stehen, geklickt werden. Sie geht nicht mehr auf. Wer bei Google vorn liegt, wird von ChatGPT, Perplexity und den KI-Übersichten in der Suche längst nicht automatisch genannt. Was das für Unternehmen bedeutet und woran es in den meisten Fällen liegt.

Ausgangslage

Zwei Ranglisten statt einer

Illustration: Links die klassische Suchergebnisliste mit Platz 1 bis 4, rechts eine KI-Antwort mit ihren Quellen; Platz 1 wird dort nicht genannt, dafür eine Seite von Platz 14

Gute Position, keine Erwähnung

Von den Seiten, die bei Google auf Platz eins stehen, wird nur rund zwei Drittel von KI-Systemen als Quelle genannt. Ein Drittel der Spitzenplätze taucht in KI-Antworten also gar nicht auf. Umgekehrt stammt knapp ein Drittel aller KI-Zitate von Seiten außerhalb der Top 10, ein Teil davon sogar von jenseits der Top 50.

Damit existieren nebeneinander zwei Wettbewerbe: die klassische Suchergebnisliste und die Frage, wen ein Sprachmodell als Beleg heranzieht. Beide hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe. Wer nur auf die Position schaut, misst nur noch die Hälfte.

Spürbar wird das an anderer Stelle: In der DACH-Region ist der organische Traffic im zweiten Quartal 2026 um rund ein Fünftel gesunken, in einzelnen Branchen deutlich stärker. Der Traffic aus KI-Chats hat sich zwar vervielfacht, liegt aber weiter im niedrigen Prozentbereich und gleicht die Lücke nicht aus.

  • Rund ein Drittel der Google-Erstplatzierungen fehlt in KI-Antworten
  • Etwa 31 Prozent der KI-Zitate kommen von außerhalb der Top 10
  • Bei mehr als der Hälfte aller Suchanfragen erscheint eine KI-Antwort
  • Sichtbarkeit entsteht zunehmend ohne Klick auf die Website

Weniger Klicks heißt nicht weniger Wirkung

Steht über den Suchergebnissen eine KI-Zusammenfassung, sinkt die Klickrate etwa auf die Hälfte. Das klingt nach reinem Verlust, ist aber nur die halbe Geschichte. Ein erheblicher Teil der Menschen nutzt KI inzwischen für die Suche nach Anbietern in der Umgebung, und ein guter Teil davon nimmt danach Kontakt auf.

Diese Kontakte kommen per Anruf, per Mail oder über das Formular. In der Traffic-Statistik tauchen sie nicht als Suchbesuch auf, im Postfach und am Telefon dagegen schon. Wer den Erfolg allein an Sitzungen misst, sieht deshalb einen Einbruch, wo in Wahrheit nur der Weg ein anderer geworden ist.

Die bessere Frage

Statt "Wie viele Besucher kamen über Google?" lautet die nützlichere Frage: "Werden wir genannt, wenn jemand unser Thema fragt?" und "Kommen weiterhin qualifizierte Anfragen an?" Beides lässt sich prüfen, das erste sogar in fünf Minuten.

Vier Gründe, warum eine Seite nicht zitiert wird

In der Praxis sind es fast immer dieselben vier Punkte, die eine ansonsten gute Seite aus den KI-Antworten heraushalten. Keiner davon ist ein Geheimnis, alle vier sind lösbar.

  • Inhalte entstehen erst im Browser: Was ein Skript nachlädt, liest nicht jeder Crawler mit
  • Keine strukturierten Daten: Ohne Schema.org fehlt den Modellen der Zusammenhang
  • Widersprüchliche Angaben: Name, Adresse und Leistungen weichen zwischen den Quellen ab
  • Die Antwort kommt zu spät: Erst nach Anfahrtstext und Firmengeschichte steht das Wesentliche

Der vierte Punkt ist der häufigste. Viele Seiten beantworten die Frage, für die sie ranken, irgendwo in der Mitte des Textes. Ein Modell, das eine knappe Antwort zusammenstellt, greift lieber zu einer Quelle, die die Sache im ersten Absatz auf den Punkt bringt.

Handlungsfelder

Woran wir bei Kunden zuerst arbeiten

Inhalte, die eine Frage beantworten

Eine Seite, eine Frage, die Antwort im ersten Absatz. Danach die Begründung, die Zahlen und die Beispiele.

  • Überschrift formuliert die Frage, nicht das Produkt
  • Kernaussage steht oben, nicht im Fazit
  • Zahlen und Quellen im Text statt nur in Grafiken
  • Ein Thema pro Seite statt Sammelseiten

Belegbare Fachlichkeit

Modelle bevorzugen Quellen, die erkennbar von jemandem stammen, der die Sache gemacht hat.

  • Benannte Autorinnen und Autoren statt anonymer Redaktion
  • Konkrete Projekte, Zeiträume und Ergebnisse
  • Sichtbares Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum
  • Fachbegriffe erklärt statt umschifft

Saubere Datenstruktur

Strukturierte Daten sind der Kontext, aus dem ein Modell zuordnet, worum es geht und wer dahintersteht.

  • Schema.org für Organisation, Artikel und FAQ
  • Gleiche Schreibweise von Name, Adresse und Leistungen überall
  • Kerninhalte im ausgelieferten HTML
  • Fehlerfreie Auszeichnung, regelmäßig geprüft

Technik, die niemanden aussperrt

Was Screenreader gut vorlesen können, können Sprachmodelle gut verarbeiten. Der Aufwand zahlt zweimal ein.

  • Semantisches HTML mit klarer Überschriftenhierarchie
  • Kurze Ladezeiten, auch auf dem Handy
  • Barrierefreiheit nach den geltenden Anforderungen
  • Hinweis auf KI-Interaktion, wo einer nötig ist

Rechtlicher Rahmen

Zwei Vorgaben, die dabei mitlaufen

KI-Einsatz im Unternehmen

Kennzeichnung und Barrierefreiheit

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung. Wer auf der Website einen Chatbot einsetzt, muss erkennbar machen, dass hier eine Maschine antwortet. Das ist schnell erledigt, wird aber gern übersehen.

Parallel verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz sauberes, semantisches HTML. Beides zahlt auf dasselbe Konto ein: eine Seite, die Menschen und Maschinen gleichermaßen verstehen.

  • Chatbot als solcher gekennzeichnet
  • KI-erzeugte Inhalte transparent gemacht, wo nötig
  • Struktur, die Screenreader und Modelle lesen können
  • Regelmäßige Prüfung statt einmaliger Aktion

Mehr zum EU AI Act

Gut zu wissen

Häufige Fragen zur Sichtbarkeit in KI-Antworten

Ist klassische Suchmaschinenoptimierung damit überflüssig?

Nein. Ohne saubere Technik, gute Struktur und Auffindbarkeit passiert weder in der Suche noch in KI-Antworten etwas. Suchmaschinenoptimierung bleibt die Grundlage, sie ist nur nicht mehr die ganze Antwort.

Wie finde ich heraus, ob wir zitiert werden?

Stellen Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, in ChatGPT, Perplexity und in der Google-Suche und schauen Sie, wer als Quelle auftaucht. Dieser Selbsttest ist ehrlicher als jedes Auswertungswerkzeug und kostet zehn Minuten.

Unser Traffic ist zweistellig eingebrochen. Ist das normal?

Rückgänge in dieser Größenordnung liegen derzeit im Branchenschnitt. Entscheidend ist, ob Anfragen und Umsatz mitgehen. Bleiben die stabil, hat sich vor allem der Weg zum Kontakt verschoben.

Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?

Technische Korrekturen und strukturierte Daten greifen oft innerhalb weniger Wochen. Inhaltliche Arbeit an Fachlichkeit und Belegen braucht länger, wirkt dafür dauerhaft.

Brauchen wir dafür ein eigenes Werkzeug?

Für den Anfang nicht. Wichtiger ist, die eigenen Kernfragen zu kennen und die Seiten dazu sauber aufzubauen. Messen lässt sich das später immer noch.

Kontaktieren Sie uns

Werden Sie genannt, wenn jemand Ihr Thema fragt?

Wir prüfen Ihre wichtigsten Seiten auf die vier üblichen Bremsen und sagen Ihnen, was sich mit vertretbarem Aufwand ändern lässt.

Maria-Louisen-Straße 2A, 22301 Hamburg